Ich lebe noch……
Und das im doppelten Sinne. Leider habe ich mich seit längeren hier auf meinem Blog nicht mehr blicken lassen. Hatte aber keine Lust, keine Zeit und keine Anregungen über das Laufen zu schreiben. Warum? Weil ich nicht laufen war….
Vorgestern ging es aber wieder mal los. Auf drängen eines Vereinskollegen „musste“ ich wieder den Brandenburg Cup laufen. Die Strecke mit knapp 8 1/2 Kilometern Länge oder so was, sollte mein 4. Wertungslauf in diesem Jahr werden.
Die Strecke befand sich in Bergholz/Rehbrücke, so einen Kaff kurz vor Potsdam bzw. kurz dahinter, je nachdem aus welcher Richtung man eben kommt. Egal, halt bei Berlin. Das gute war, das man es schnell fand. Autobahn runter, ein paar hundert Meter und schon war man da. Nachdem man die Anmeldung hinter sich gebracht hat, die Reibungslos und schnell verlief schlürfte man noch schnell einen Kaffee. Den brauchte ich auch um wach zu werden. Mein Kleiner Zuhause ist seit einigen Tagen der Meinung nachts nicht schlafen zu wollen was dem Papa ein wenig nervt und zu erhöhten Kaffeekonsum am Tage verleitet.
Aber nun ging es Los. Es wurde gestartet und ich bewegte mich langsam voran. Ich wollte eigentlich nur ankommen – das war mein Ziel. Am Anfang ging es flach daher, da mal eine Abbiegung und dort eine. Aber alles flach. Ein wenig verschätzt hatte ich mich mit der Wärme. Ich bin in langen Sachen gestartet. Ein Fehler wie sich rausstellte. Die Sonne brannte gleich am Anfang wo es über Wiesen ging heftig auf mich drein, so dass ich noch mehr ins Schwitzen kam. Nun denn, ich konnte es eh nicht mehr ändern.
Dann ging es aber los. Die erste Steigung. Es musste eine Brücke überwunden werden. Ich glaube es ging über die Autobahn. War mir aber bereits an diesem Zeitpunkt völlig egal. Ich Fragte mich was ich mache. Ich könnte daheim am Frühstückstisch in Ruhe Kaffee trinken, Zeitung lesen und mich nicht anstrengen müssen. Aber ich gehe laufen!!! Aber ich musste weiter. Fragt mich bitte nicht was dann kam. Irgendeine Schleife auch über eine Brücke. Was da drunter war? Keine Ahnung. Ich bin irgendwie völlig verpeilt durch die Gegend getrottet. Das müsste so bei Kilometer 3 ½ oder 4 gewesen sein. Jedenfalls kam kurz danach ein Getränkestand. Ein schlückchen Wasser und weiter ging es. Was dann kam fand ich nicht mehr Lustig. Es ging Berg hoch und zwar heftig. Oben völlig fertig angekommen, kaputt mit einem Puls welcher eine Pulsuhr sicher nicht mehr angezeigt hätte trabte ich wieder runter. Völliger Freude diesen Hügel gemeistert zu haben, stolz wie Oskar, fast leichtfüßig und halb Pfeifend kam ich unten an und dachte mir das ich die letzten Meter sicher schön flach ins Ziel „rennen“ kann. Vergisst es!!! Wer diese Strecke ausgesucht hatte war kein Menschenfreund. Jedenfalls wird dieser nicht meiner. Da geht doch die Strecke in einer Linkskurve weiter und schwupp die wupp wieder hoch. Hallo, hätte man die Strecke nicht oben am Berg gleich grade aus laufen lassen können? Muss man einen runter schicken um dann wieder nach oben zu jagen? Ich finde nein. Leute ich war fertig. Die letzten 2 Kilometer durch das Dorf waren dann wieder flach. Ich schleppte mich ins Ziel. Gebraucht habe ich für diesen Höllentrip knapp 47 Minuten bin 7. in meiner Altersklasse geworden und war nicht letzter. Schwacher Trost, aber immerhin.
Ich stärkte mich dann erst einmal mit Kuchen, Würstchen und Kaffee. Die Auswahl an Kuchen war übrigens enorm. Da könnte keine Bäckerei mithalten. Ich hatte mir ja vor dem Lauf schon überlegt gar nicht an den Start zu gehen, sondern gleich mit dem Kuchen anzufangen, aber ich habe halt den Fehler gemacht und bin doch gelaufen.
Nächste Woche geht es nach Rathenow zum Brandenburg Cup. Da soll ich dann 15 Kilometer laufen. Wie kann ich noch nicht sagen, aber wenn ich mich genauso schei…. fühle wie dieses Wochenende wird das sicher nichts. Wir werden sehen.